Unser Gemüsegarten

„Könnt Ihr uns bitte gaaanz viel Gemüse bringen?“ Unser Tierheim hatte gerade 14 ausgesetzte Kaninchen aufgenommen. Natürlich konnten wir! Ein Gang in unseren großen Gemüsegarten, und eine Viertelstunde später stand eine Schubkarre hoch beladen mit Gemüse vor der Tür unserer Futterküche. Frischer und nachhaltiger geht es nicht!

Unser Gemüseanbau beginnt im Januar mit der Bestellung der Saat. Wir kaufen sie in Bio-Qualität bei einem Höfe-Verbund, der sich auf alte Gemüsesorten spezialisiert hat.

Rund 50 verschiedene Sorten haben wir in diesem Jahr angebaut, bevorzugt solche, die viel Blattmasse liefern und durch Mineralstoffe und Bitterstoffe besonders gesund sind. Vor allem Kopfsalat, aber auch Kohlrabi, Steckrüben und unbekanntes Gemüse wie Melde und Stielmus. Besonders beliebt bei unseren Kleintieren ist Luzerne, ein ertragreicher Futterklee mit schönen violetten Blüten, die auch den Insekten etwas bieten.

Ab Februar wird das Gemüse in unserem Gewächshaus vorgezogen, im März wird unser Komposthaufen aufgenommen und der Boden vorbereitet. Im April beginnen wir mit dem Auspflanzen der Sämlinge und der Direktsaat ins Beet. Bis August wird alle zwei Wochen neu vorgezogen, und wo im Beet eine Reihe abgeerntet ist, wird der Platz wieder neu genutzt. So haben wir es im letzten Jahr geschafft, bis Mitte November Futter für unsere Tiere zu ernten.

Unseren Schrebergarten neben dem Tierheimgelände haben wir vor einigen Jahren in völlig verwildertem Zustand übernommen. Jahr für Jahr haben wir das Gelände erschlossen und die Anbaufläche vergrößert. Möhren und andere Wurzelgemüse können wir auf unserem schweren Lehmboden nicht anbauen. Doch von Juni bis Oktober versorgen wir unsere Kaninchen und die anderen Kleintiere mit eigenem Blattgemüse. Das macht sich in unserer Kasse deutlich bemerkbar – unser Büro hat ausgerechnet, dass wir durch die Selbstversorgung jährlich zwischen 1500 und 2000 Euro einsparen!

Unsere derzeit siebenköpfige Gartengruppe, die von unserem Hausmeisterteam unterstützt wird, arbeitet natürlich ehrenamtlich. Eine absolut sinnvolle Aufgabe – finanziell und ökologisch. Ein wertvoller Beitrag für die artgerechte und frische Ernährung unserer Tiere. Und etwas, das uns allen Spaß macht!