Unser Naturgarten im März: In keinem anderen Monat ist so viel zu tun!
Wir Ehrenamtlichen konnten es kaum erwarten, dass wir endlich wieder loslegen konnten und krempelten gern wieder die Ärmel auf: Winterschäden beseitigen, Gemüsepflanzen vorziehen, Gewächshaus schrubben, Bienenhäuser neu bestücken, Kompost umsetzen. Die ersten Schmetterlinge und Wildbienen waren auch schon in den letzten Februartagen unterwegs.

Als erstes: Pflege der großen Blühflächen. Kaum war der Schnee verschwunden, hat unser Hausmeisterteam mit dem Fadenschneider auf unseren großen Blühflächen alles bodennah heruntergeschnitten, was noch aus dem vergangenen Sommer an Stängeln von Stauden und Gräsern stehengeblieben war. Mit dem Rechen wurde das Schnittgut gründlich abgeharkt. Dabei entfernen wir auch bewusst an einigen Stellen ganz den vorhandenen Bewuchs und lassen kleine Flecken mit offener Erde entstehen. Manche Wildpflanzen wie die Wegwarte oder der Natternkopf mögen keine Enge und keine Wurzelkonkurrenz, sie keimen nur mit genügend Platz. In der Natur entstehen solche kahlen Stellen durch scharrende Huftiere oder sich suhlende Wildschweine. Da solche Großtiere auf unserem Gelände nicht herumlaufen, helfen wir eben nach …!
Konventionelle Beetpflege geht zu Lasten der Tierwelt. In konventionell bearbeiteten Gärten werden Stauden und Blühpflanzen VOR dem Winter heruntergeschnitten, der Garten wird „winterfest“ gemacht. Das sieht zwar ordentlich aus. Doch in den alten Stängeln und unter den verrottenden Pflanzenresten überwintern unzählige Insekten und Kleinstlebewesen, die durch das Aufräumen im Herbst getötet oder mit der Biotonne abtransportiert werden. So verschwinden Arten aus dem Garten! Der Garten wird ärmer an Leben, und den Vögeln fehlt es dann als Winterfutter. Ebenso fehlen den Vögeln die Samen, die sie nach und nach aus den Pflanzenresten gepickt hätten.
Sachgerechte Pflegeschnitte sind notwendig. Würde man bei Blühflächen ganz auf den Schnitt und das Abräumen verzichten, würde sich durch das liegenbleibende Pflanzenmaterial schnell eine nahrhafte Humusschicht bilden, und alle Pflanzen, die einen mageren Boden bevorzugen, würden verschwinden. Und das ist der Großteil unserer heimischen Pflanzen. Mit dem einmaligen Schnitt am Ende des Winters erhalten wir die Artenvielfalt auf unseren Blühflächen.

Unser Tipp: Schneeglöckchenzwiebeln vertragen es schlecht, beim Verkauf im Herbst wochenlang in trockenen Tüten gelagert zu werden. Schneeglöckchen lassen sich am besten „im Grünen“ verpflanzen! Nehmen Sie große Horste am Ende der Blütezeit aus dem Boden, teilen Sie sie und setzen Sie sie gleich in kleinen Gruppen wieder an den neuen Standort. Dort werden sie ohne Probleme anwachsen und sich vermehren. In der Natur stehen sie übrigens unter Schutz und dürfen dort nicht entnommen werden.

Sie haben Lust, in unserem Tierschutzgarten mitzuhelfen? Über Verstärkung für unsere Gartengruppe würden wir uns freuen. Erfahrung mit ökologischem Gärtnern ist nicht unbedingt Voraussetzung. Aber Sie sollten regelmäßig – möglichst wöchentlich – ein paar Stunden Zeit haben und Interesse mitbringen, sich mit Pflanzen und Tieren zu beschäftigen.